Geographisches


Auch von Ortsnamen leiten sich viele Familiennamen ab, die angeben, aus welchem Ort die Familie ursprünglich stammt oder längere Zeit gewohnt hatte, und geographische Namen (darunter die Zusammensetzungen mit -bach, -berg oder -tal). Beispiele sind Fischbach (für einen, der an einem fischreichen Bach wohnt) oder Berg (für jemanden, der an oder auf einen Berg wohnt). Besonders »Steine« gibt es ja wie Sand am Meer.

Im Englischen ist die Ortsbestimmung u. a. an der Endung -hill (Hügel) oder -wood (Wald) zu erkennen.

Flurnamen


Flurnamen sind Benennungen für Einzelflächen in der Ortsgemarkung. Mit Flurnamen werden Äcker, Wiesen, Weideland, Weingärten, Brachland, Wälder, Sümpfe, Berge und Hügel, Täler, Uferbereiche und anderes mehr benannt. Sie dienen der Orientierung im Raum und identifizieren Objekte innerhalb kleinerer geographischer Einheiten, meist einer Dorfgemarkung.

Wer weiß, was eine Schindkaute ist?
Der Name bezeichnet Stellen, an denen früher der Schinder das verendete Vieh vergraben hat.

Flurnamen sind wie ein historisches Archiv: Sie bewahren Informationen aus der Vergangenheit. Hierfür konnte jede geographische Auffälligkeit in Frage kommen - Berge, Flüsse, Täler, Seen. Insbesondere Flurnamen sind hier oftmals Pate für eine Unzahl an (von ihnen abgeleiteten) Familiennamen.

Beispiele hierfür sind (Flurname — Familienname):

Breite ("offene Flur") — "Breitner, Breiter"
Vogelsang ("Vogelgesang, Ort mit viel Vogelgesang") — "Vogelsang, Voglsang, Fuglsang"
Im Ried ("Schilfgegend") — "Ried, Riedel, Rieder, Riedermann, Zried".

Die Menschen nutzen solche bekannten Begriffe um ihren Familiennamen davon abzuleiten und ihren Wohnort zu kennzeichnen. Im Gegensatz zu der Ableitung von Hof-Namen, verfolgte die geographische Namensbildung vielmehr praktische Zwecke und weniger repräsentative. Der Name war zugleich Wegweiser zum Wohnort des so Benannten.

Historisch haben sich die folgenden drei Richtungen in der Bildung von Familiennamen aus der Wohnstätte herausgebildet. Unterschieden wurde zwischen:

der Oberflächengestalt der Landschaft:
— Bodenerhebungen, Senken, Täler, Gewässer, Sümpfe

der Lage, Form, Qualität des Landes:
— Richtungsangaben, Himmelsrichtungen, Lichtverhältnisse

und von Menschen geschaffenen Auffälligkeiten:
— Felder, Wiesen, Zäune, Wege, aber auch Bauten wie Türme, Mauern, Friedhöfe, Gärten.

Insbesondere auf dem Land und in den räumlich offeneren Gebieten verbreitet sich die Benennung nach der Wohnstätte besonders stark. Hingegen in den Städten nur sehr wenig. In den Städten lebten die Menschen sehr gedrängt beieinander und jede geographische Besonderheit betraf gleichsam mehrere Menschen. Somit machte es in den Städten mehr Sinn, nach anderen Kriterien für die Bildung von Familiennamen Ausschau zu halten.

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