19.03.2018

Es lebe die Digitalisierung !!!!!!!

Wie schon unter „in eigener Sache“ geschrieben, sind viele persönliche Dokumente während des Krieges und der Flucht unwiderruflich verlorengegangen. Dank moderner Technik und Digitalisierung von Archivbeständen in der heutigen Zeit wird auch einen Beitrag zum Erhalt von Kulturgut geleistet -  und – ich bin dafür sehr dankbar.

Unten stehend sind einige dieser für die Erforschung meiner Ahnenreihe wichtigen Dokumente aufgelistet. Aber – es ist und bleibt für mich ein Rätsel, warum meine Vorfahren eben den eigenen Nachnamen mal so, dann wieder mal so und dann wiederum anders geschrieben haben.

  • 28.04.1894 / Standesamt Berlin-Friedenau
  • Anzeige der Eltern Wilhelm Heinrich G. und Maria G., dass eine Tochter Namens Helene Auguste am 21.04.1894 geboren wurde. Vater, Mutter und das Kind haben auf der Geburtsurkunde Nr. 89 einen gleichlautenden Nachnamen: Grossgoerge.
  • Unterschrieben von dem Vater des Kindes Wilhelm Heinrich G., ebenfalls mit: Grossgoerge
  • 28.08.1897 / Standesamt Berlin-Friedenau
  • Anzeige der Eltern Wilhelm Heinrich und Maria G., dass ein Sohn Namens Otto Emil am 27.08.1897 geboren wurde. Vater, Mutter und das Kind haben auf der Geburtsurkunde Nr. 209 einen gleichlautenden Nachnamen: Grossgoerge.
  • Unterschrieben von dem Vater des Kindes Wilhelm Heinrich G., ebenfalls mit: Grossgoerge.
  • 18.09.1901 / Standesamt Berlin-Friedenau
  • Im Sterberegister Nr. 108 des Standesamtes Berlin-Friedenau wurde von meinem Urgroßvater Wilhelm Heinrich G. († 17.09.1901) dessen Nachname folgendermaßen geschrieben: Großgerge.
  • Unterschrieben von seiner Ehefrau Maria G., ebenfalls mit: Großgerge.
  • 17.08.1903 / Standesamt Berlin-Friedenau
  • Im Sterberegister Nr. 85 des Standesamtes Berlin-Friedenau wurde von meiner Urgroßmutter Maria G. († 17.09.1901) ihr Nachname folgendermaßen geschrieben: Großgerge.
  • Unterschrieben von ihrer Mutter Johanna G., ebenfalls mit: Großgerge.
  • 28.09.1906 / Sterberegister der Stadt Hamburg
  • Im Sterberegister der Stadt Hamburg Nr. 898 ist in dem Eintrag zu lesen, dass die Schülerin Helene Auguste G., Tochter von Wilhelm Heinrich G. und Marie G., am 28.09.1906 verstorben sei.
  • Unterschrieben von ihrem Großvater (meinem UrUr-Großvater) Leopold G.
  • Ganz interessant: Helene Auguste G., Wilhelm Heinrich G., Marie G. und Leopold G. sind auf diesem Schriftstück in der heute (für unsere Familie) üblichen Schreibweise Großgoerge geschrieben.

 

o9. Oktober 2015

Wieder mal 'ne neue (oder auch alte) Erkenntnis: Unser Nachname leitet sich von einer Ortschaft ab !!!!! Oder der Name der Ortschaft leitet sich von unserem Nachnamen ab !!!!! Wie dem auch sei.

In der Zeitschrift "Das Ostpreußenblatt" (Jahrgang 6 - Folge 44, Hamburg, 29.Oktober 1955 / Verlagspostamt Leer / Ostfriesland) finden wir auf Seite 13 eine unglaubliche Mitteilung. Auf dieser Seite werden Personen zu ihrem Geburtstag gratuliert. Alles noch in Ordnung - aber dann: Im unteren (rotumrandetem) Teil dieser Beilage finden wir unter anderem folgende Gratulation zum 80. Geburtstag:

...

am 3. November Frau Urte Pawils, geb. Traxis, aus Großgörge, Kreis Memel, jetzt bei ihrer Tochter Margarete in Hamburg-Fuhlsbüttel, Haschredder 58.

...

Wie kamen die Schreiber dieser Zeilen nur auf die Ortschaft mit dem Namen Großgörge ??? Bitte bei mir melden !!!

Als Beweis folgende 4 Fotos:

Deckblatt / Seite 1

Einzelheit 1 / Gesamtansicht der Seite 13

Einzelheit 2 / unterer Teil der Seite 13

Einzelheit 3 / der wichtigste Teil der Seite 13 und auch von der gesamten Ausgabe dieses Blattes


 

19. November 2014

Wird die Geschichte nach der Suche meiner Vorfahren nun umgeschrieben oder komplett neu eingeordnet? Ich weiß es nicht - jedenfalls sind die neuen Daten aufschlussreich und gleichzeitig verwirrend.


1.


Großgeorgsdorf: (http://de.wikipedia.org/wiki/Jerzykowice_Wielkie)

Jerzykowice Wielkie (deutsch Großgeorgsdorf) ist ein Dorf im Powiat Kłodzki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es gehört zur Gemeinde Lewin Kłodzki.

Großgeorgsdorf soll um 1450 durch den damaligen Landesverweser und späteren König von Böhmen Georg von Podiebrad gegründet und nach ihm benannt worden sein.[Hinweis] Zusammen mit benachbarten Dörfern wurde es 1477 durch dessen Sohn Heinrich d. Ä. der Herrschaft Hummel eingegliedert, die im gleichen Jahr der Grafschaft Glatz zugeschlagen wurde. 1561 erwarb der böhmische Landesherr die Herrschaft Hummel. Auch nach deren Auflösung 1595 blieben die zugehörigen Ortschaften im Besitz der königlichen Kammer. Sie verkaufte 1684 Großgeorgsdorf und die benachbarten Dörfer Gellenau, Sackisch, Tanz, Tassau, Järker und Kleingeorgsdorf zur Finanzierung der Türkenkriege dem Kaspar Josef von Alten, dem schon das Freirichtergut in Gellenau gehörte. Dadurch wurde Großgeorgsdorf zur neu gebildeten Herrschaft Gellenau untertänig. Es war zur Pfarrkirche St. Michael in Lewin eingepfarrt.

Nach den Schlesischen Kriegen kam Großgeorgsdorf zusammen mit der Grafschaft Glatz 1763 mit dem Hubertusburger Frieden an Preußen. Nach der Neugliederung Preußens gehörte es seit 1815 zur Provinz Schlesien und war 1816–1945 dem Landkreis Glatz eingegliedert. Es bildete eine eigene Landgemeinde und gehörte zum Amtsbezirk Gellenau. 1939 wurden 121 Einwohner gezählt. Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel es 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde zunächst in Błażejowice und später in Jerzykowice Wielkie umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. 1975–1998 gehörte Jerzykowice Wielkie zur Woiwodschaft Wałbrzych.

[Hinweis] Da die Herrschaft Náchod erst 1456 in den rechtmäßigen Besitz Georg von Podiebrads kam, kann vermutet werden, das Großgeorgsdorf erst nach diesem Jahr gegründet wurde.

..........................

  • .. Sind wir nun königlicher Abstammung? .... aber nein, nicht sowas denken .....

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Kleingeorgsdorf: (http://de.wikipedia.org/wiki/Jerzykowice_Male)

Jerzykowice Małe (deutsch Kleingeorgsdorf; auch: Klein Georgsdorf; tschechisch Malý Jiříkovec ) ist ein Dorf im Powiat Kłodzki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es gehört zur Landgemeinde Lewin Kłodzki und liegt sechs Kilometer westlich von Duszniki-Zdrój entfernt.

Die erstmalige Erwähnung von Kleingeorgsdorf erfolgte 1477, als es in einer Liste der zur Herrschaft Hummel gehörigen Ortschaften als Jerzikovec Maly verzeichnet wurde. Die Herrschaft Hummel war bis dahin eigenständig und wurde im selben Jahr durch Heinrich d. Ä. an die Grafschaft Glatz angeschlossen. 1561 erwarb der böhmische Landesherr die Herrschaft Hummel. Auch nach deren Auflösung 1595 blieben die zugehörigen Ortschaften im Besitz der königlichen Kammer. Sie verkaufte 1684 Kleingeorgsdorf und die benachbarten Dörfer Gellenau, Sackisch, Tanz, Tassau, Järker und Großgeorgsdorf zur Finanzierung der Türkenkriege dem Kaspar Josef von Alten, dem schon das Freirichtergut in Gellenau gehörte. Dadurch wurde Kleingeorgsdorf zur neu gebildeten Herrschaft Gellenau untertänig. Es war zur Pfarrkirche St. Michael in Lewin eingepfarrt.

Nach den Schlesischen Kriegen kam Kleingeorgsdorf zusammen mit der Grafschaft Glatz 1763 mit dem Hubertusburger Frieden an Preußen. 1793 bestand es aus 13 Häusern. Nach der Neugliederung Preußens gehörte es seit 1815 zur Provinz Schlesien und war 1816–1945 dem Landkreis Glatz eingegliedert. Es bildete eine eigene Landgemeinde und gehörte zum Amtsbezirk Tassau. 1939 wurden 54 Einwohner gezählt. Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Kleingeorgsdorf 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Jerzykowice Małe umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. Die Zahl der Einwohner ging deutlich zurück, wodurch die meisten Häuser und Gehöfte dem Verfall preisgegeben wurden. 1975–1998 gehörte Jerzykowice Małe zur Woiwodschaft Wałbrzych.


2.


Und dann haben wir noch ein ...thal anzubieten, das Großgeorgenthal.

Diese Ortschaft existierte laut unten stehenden Eintrag im Jahre 1818......

--> "Ergänzungsband zur neueste Länder- und Völkerkunde" Ein geographisches Lesebuch für alle Stände --> Seiten 183 und 184

--> Veröffentlicht Prag 1818 - Nationalbibliothek der Tschechischen Republik


....... aber bereits 1817 wird von einem Ort gesprochen, der Groß-Mergenthal heißt. Und das kuriose daran ist, dass eben dieses Groß-Mergenthal die Jahrzehnte und verschiedene Systeme überdauert hat und heute Mařenice (deutsch Großmergthal) heißt. Wo ist denn nun mein (nur ein Spaß !!!) Dorf geblieben?

--> "Handbuch der neuesten Geographie des Österreichischen Kaiserstaates" --> von Joseph Marx Freyherrn von Liechtenstern

--> Zweyter Theil - Wien 1817 --> Seiten 799 und 800


Der Text im rotumrandeten Feld lautet:

Zitat "Ergänzungsband zur neueste Länder- und Völkerkunde ..." (Buch erschien 1818 !!!)

... Zu diesem Herzogthum gehören übrigens 30 größtentheils ansehnliche Orte, unter welchen auch die aus 350 H. (Häusern) bestehende Stadt Zwikkau unter dem Grünberge, dann die Pfarrdörfer Lichtwald, Krumbach und Großgeorgenthal, jedes von mehr als 100 Hausnummern, gehören. ...

Zitat "Handbuch der neuesten Geographie ..." (Buch erschien 1817 !!!)

... Zu dieser Herrschaft gehören übrigens noch 30 größten Theils ansehnliche Orte, unter welchen auch die beynahe 350 Häusern bestehende Stadt Zwickau unter dem Grünberge, dann die Pfarrdörfer Lichtwald, Krumbach und Groß-Mergenthal, jedes von mehr als 100 Haus-Nummern, gehören. ...


  • P L A G I A T - Wer hat von Wem hier freundlicherweise den Text übernommen? Und warum "Großgeorgenthal"? Und warum ...? ...?

3.


... und nun haben wir noch was interessantes gefunden zum Thema (Ortschaft) Großgeorgenthal:

"Wie und warum wir so waren" - Autor: Rüdiger Bauer

ISBN: 9783866836266 - Verlag: Wagner Verlag, Gelnhausen 2009

 

In einem Erfahrungsbericht "Ein aktuelles Thema über Flucht und Vertreibung" zu diesem Buch schrieb der Autor "straus07" am 13.02.2011 folgenden Eintrag:

"... Heute hat die Stadt etwa 50 000 Einwohner. Bekannte Persönlichkeiten der Stadt und Umgebung sind die Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek, geb. 2. August 1931, der bekannte DDR-Maler Walter Womacka, geb. 22. Dezember 1925 in Großgeorgenthal und Admiral der Volksmarine Wilhelm Ehm, der in Komotau eine Ausbildung als Elektriker erhielt. ...)

  • Und nun wieder etwas verwirrend: Herr Walter Womacka ist leider nicht in Großgeorgenthal sondern in Horní Jiřetín (deutsch: Obergeorgenthal) geboren. Bleibt die Frage: Wie kommt der Autor auf Großgeorgen... anstatt auf Obergeorgen...?

 

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