10.10.2015


seltene Grammophonscheibe aus Königsberg


Grammophonscheibe

G & T Master 1199e, rec. Königsberg
August oder September 1904


Knopp (1. Tenor)
Julius Krause (zweiter Tenor)
Leo Krause (Bariton) und
Grossgeorge (Bass)


Darstellung als eine fiktive Person, als Komissarin Großgörge


http://www.lueneburg.de/

Krimi & Dinner

Interaktives Kriminaltheater mit den 'Lüneburger Stadtgeschichten'

sen Sie mit uns einen heiklen Kriminalfall mit viel Spaß und Spürsinn auf! Die Kommissarin Großgörge benötigt Ihre Unterstützung bei der Aufklärung des Raubes im Bankhaus Fox. Doch zu allem Unglück wurde auch noch der fleißige Journalist Jack von Anderen vom Portier tot im Separée des bekannten Casinos und Amüsierlokal "Casino Royal" aufgefunden. Wurde J.v.A. bei seinen Recherchen Opfer seiner Neugier und stieß dabei auf gefährliche, illegale Machenschaften? Und welches Ränkespiel treibt Miss Minelli, der Star des Etablissements, in dem von Anderen mehrmals die Woche verkehrte? Dies und noch viel mehr finden Sie während eines Drei-Gang Menüs heraus. Lassen Sie sich von uns mitnehmen zu einem ganz besonderen Krimi & Dinner der 'Lüneburger Stadtgeschichten'!


 diesmals nur als fiktive Person / ... als Romanfigur


Julien Green
(geboren 1900)

Leviathan ist ein Roman des französischen Schriftstellers Julien Green.

Er erschien 1929 in der Librairie Plon in Paris.
Manuskript:
01/1928-01/1929

Aus dem Französischen von Eva Rechel-Mertens.

Reihe dtv / Literatur 12384

August 1997 / 320 Seiten

ISBN 978-3-423-12384-6

Leviathan (Julien Green)

In einem französischen Provinznest bewirtet Madame Londe in ihrem Gasthaus durchweg Männer. Die Herren sitzen aber in erster Linie nicht wegen der Getränke und Speisen am Tisch: Madame Londe stellt ihrer Kundschaft reihum ihre blutjunge und schöne Nichte Angèle gegen Bezahlung zur Verfügung. Ihre Motivation dafür ist nicht Geldgier, sondern ihre krankhafte Neugier, die ihr ganzes selbstgerechtes, herrschsüchtiges und zu Mitgefühl unfähiges Wesen ausmacht. Nur indem sie alles über ihre Mitmenschen weiß und dadurch eine gewisse Macht über sie erhält, empfindet sie inneren Frieden in ihrem sonst leeren Leben. Angèle muss ihr jedes Mal berichten, was sie bei den Verabredungen in Erfahrung gebracht hat. Dass sie wohl von den Gästen sexuell missbraucht wird, interessiert Madame Londe nicht.

Da stört der bei dem reichen Ehepaar Grosgeorge als Hauslehrer angestellte Guéret die Kreise der Kupplerin. Er liebt und begehrt Angèle, wurde aber von ihr abgewiesen. Er mischt sich unter die Gästeschar und erfährt von den Tischnachbarn, dass Angèle eine Hure sei. Feststellend, dass sie für alle zu haben ist, nur er von ihr abgewiesen wird, stürzt für ihn eine Welt zusammen. Er verfolgt das Mädchen und schlägt ihr mit einem Ast so brutal in ihr Gesicht, dass es für immer durch tiefe Narben verunstaltet bleibt.

Angèle wagt sich nicht mehr unter Menschen. Ihr ist bewusst, dass Guéret der einzige Mensch war, der sie wirklich geliebt hat und weiß dies zu schätzen, so dass auch sie den Mann begonnen hatte zu lieben und ihn daher nun vor der Polizei deckt. Notgedrungen muss die in Selbstmitleid zerfließende Madame Londe die Gäste hinhalten und befasst sich nebenher mit der weiteren "Ausbildung" einer Halbwüchsigen als "Ersatz".

Auf der Flucht erschlägt Guéret einen Greis, von dem er sich zu unrecht bedroht fühlt. Zu seiner alternden, ungeliebten Ehefrau führt kein Weg zurück. Knapp vier Monate geht er Menschen aus dem Weg und verbirgt sich in Paris und dessen Vororten und den Wäldern der Umgegend. Er verabscheut sich selbst. Verwundert konstatiert er, seine Verbrechen haben ihn nicht verändert. Nur, er verzehrt sich nun noch mehr nach Angèle.

Eva Grosgeorge, trotz mittleren Alters noch recht attraktiv, wurde vor Jahren von ihrem Ehemann, einem reichen Großbürger, wider Willen geschwängert. Sie hasst ihren Sohn André, das Resultat jener Vergewaltigung im Ehebett. Einerseits umsorgt sie den Sohn, andererseits schlägt sie ihn bei nichtigem Anlass gnadenlos. Zu allem Überfluss weidet sie sich an der Not des Gymnasiasten. Ein Mann, den sie lieben könnte, ist nicht in Sicht - bis auf den Totschläger Guéret, zu dem sie sich auf merkwürdige Art hingezogen fühlt, denn er ist ähnlich unglücklich und am Leben verzweifelt wie sie. Auf stundenlangen Streifzügen durch die Winterkälte sucht sie nach ihm. Vor dem Eingang ihrer Villa begegnet sie Angèle, die sich an ihren Mann wenden will (der ebenfalls ihre Gesellschaft für Geld in Anspruch zu nehmen pflegte) um ihn um Geld zu bitten. Sie will fortgehen um ein neues Leben beginnen zu können. Von Madame Grosgeorge abgefangen, bittet sie nun diese um Geld. Sie zeigt jedoch nur unverhohlene Schadenfreude über das entstellte Gesicht. Ihr Hass wendet sich gegen ihr verpfuschtes Leben und sämtliche Menschen, besonders aber gegen Angèle, die von Guéret im Gegensatz zu ihr, begehrt wurde.

Guéret fängt Angèle, die ihr Gesicht stets mit einem Schal verdeckt, auf der Straße ab, nachdem er im Gespräch zwischen ihr und Madame Grosgeorge mitbekommen hat, dass sie ihn nicht an die Polizei verraten hat, woraus er schließt, dass sie ihm verziehen habe. Er geht davon aus, dass die Wunden in Angèles Gesicht keine Narben hinterlassen haben und will mit ihr ins Ausland fliehen. Angèle sagt ihm zu.

Guéret wendet sich an Madame Grosgeorge, die ihm signalisiert hatte, dass sie ihm helfen wolle, um von ihr Geld für die Flucht zu erhalten. Sie lockt ihn in ihre Villa und versteckt ihn dort über Nacht vor ihrem Mann und dem Personal, statt ihm direkt das Geld zu geben. Sie genießt das Gefühl, ihn in einem ihrer Zimmer eingeschlossen zu wissen und über ihn Macht zu haben. Sie will ihn glauben machen, Angèle hasse ihn, um ihn für sich zu gewinnen. Ihr Begehren jedoch schlägt in blindwütigen Hass um, als er ihr seine Liebe zu Angèle gesteht. Aus Rache legt sie daraufhin sein Schicksal in deren Hände, indem sie ihr eine Nachricht schreibt, dass Guéret in ihrer Villa versteckt sei und Angèle die Polizei informieren solle. Sie geht weiterhin davon aus, dass Angèle Guéret hasst.

Madame Londe fängt die Nachricht ab und wendet sich prompt an die Gendarmerie. Angèle versucht Guéret zu retten und lässt ihm mitteilen, er solle fliehen. Madame Grosgeorge, sperrt sich mit Guéret in das Zimmer ein, aus dem ihm die Flucht unmöglich war, und wirft den Schlüssel aus dem Fenster. Sie versucht, sich zu erschießen, überlebt jedoch schwer verletzt, nachdem Guéret nicht ihrer Aufforderung folgte, ein weiteres Mal auf sie zu schießen. Angèle, todkrank und von Fieber geschüttelt, macht sich auf in die eiskalte Winternacht um Guéret am vereinbarten Treffpunkt für die gemeinsame Flucht zu finden. Dieser erscheint jedoch nicht, sie verliert das Bewusstsein und wird halb erfroren aufgefunden, zu spät, um zu überleben. Wie es Guéret ergeht, wird vom Autor offen gelassen.

Das Wort "Leviathan" ist im Romantext nicht auffindbar. Jenes Fabelwesen ist ein gewundenes Meerungeheuer, das das Chaos verkörpert. Vom Chaosdrachen beherrscht werden zweifelsfrei sowohl Guéret als auch Eva Grosgeorge.

... und als Verfilmung

 

 

 

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