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Lateinische Bezeichnung

Ein Meier (lat. maior oder maius „größer, stärker, bedeutender“) war ursprünglich ein Verwalter. Es gab den Hausmeier (maior domus) im feudal-politischen Bereich und auf dem Land den Gutsverwalter, später reduziert auf den Pächter eines bäuerlichen Landgutes, von dem die Bezeichnung auf das bäuerliche Gut überging (Meierei). Das Meierrecht ist belegt seit 1290 und bedeutet das örtlich spezifische Besitz- und Verwaltungsrecht der in Verwaltung gegebenen Höfe.

Jüdische Form

Im (deutschen) Judentum entwickelte sich im 18. Jahrhundert, als alle jüdischen Mitbürger verpflichtet wurden, zwecks besserer Zuordnung ebenfalls Nachnamen anzunehmen, der Familienname Meier (in unterschiedlichen regionalen Schreibweisen) aus dem jüdischen Vornamen Meir (hebräisch: "erleuchtet", eigentlich Meïr umgeschrieben). So wurde aus einem doppelten Vornamen wie Elias Meir einfach der Vor- und Zuname Elias Mayer.

Andere Formen

Im Althochdeutschen entwickelt sich das lateinische maior zu Meior, im Mittelhochdeutschen zu Meier, Meiger. Der englische Begriff mayor und der französische maire gehen auf denselben lateinischen Wortursprung zurück.

Varianten

Die Namen Meier und Varianten gehören zu den häufigsten Familiennamen im deutschen Sprachraum.

Meier (39.160) . Meir (188) . Meyer (86.929) . Meyr (248) . Meijer (175) . Mejer (58) . Meiyer (2) . Meiers (432) . Meyers (570) .

Maier (36.970) . Mair (2.665) . Mayer (34.330 ) . Mayr (6.594) . Maijer (14) . Majer (987) . Maiyer (2) . Mayers (59) . Maiers (23 .

Meyrink (7) . Meyerson (2) . Mayring (15) . Maihr (7) . Myers (89) . Myer (2) .


www.bedeutung-von-namen.de/meyer - Bedeutung des Nachnamen Meyer / Meier / Mayer / Maier

Der sehr weit verbreitete Familienname „Meyer“ steht in der Liste der in Deutschland am häufigsten verwendeten Nachnamen an fünfter Stelle. Würde man jedoch noch die statistischen Zahlen für die alternativen „Meyer“-Schreibweisen hinzuaddieren (z.B. Maier, Meier), käme man auf eine, an dritter Stelle der Liste stehende Platzierung. Zu der Bedeutung und Herkunft des Familiennamen Meyer gibt es drei Möglichkeiten, die im Einzelfall geprüft werden müssen:

Berufsname zu mhd. mei(g)er = der „Meier, Oberbauer, der im Auftrage des Grundherrn die Bewirtschaftung der Güter führt, die Aufsicht über den Hof / das Gut führt und, ebenfalls im Sinne des Grundherrn, die niedere Gerichtsbarkeit ausübt“, „(Groß-)Bauer“; lat. mâjor, Komparativ von mâgnus = „der Größere, Angesehenere, Höherstehende“. Im Norden finden wir überwiegend die Schreibweise mit -e-, wie bei Meyer / Meier. Im Süden dagegen treffen wir häufiger auf die Schreibweise mit -a-, wie bei Maier / Mayer. Wie auch bei anderen, der weit verbreiteten Nachnamen, entwickeln sich bestimmte Abwandlungen und Zusammensetzungen zu Meyer. Diese geben dann über folgende Details des Guts Auskunft:

  • Lage des Hofes / Guts – Brinkmeier, Brinkmeyer („Brink“ – aus dem germ. brink „eine leicht erhöhte Stelle, ein Rand oder eine Küste“)
  • die wichtigsten pflanzlichen Erzeugnisse – Gerstenmeier
  • den Bewuchs – Feichtmeier („Feicht“ = „Fichte(n)“)
  • die Bodenbeschaffenheit – Griesmaier („Gries“ aus dem ahd. gries für „Sand, Kies“)
  • Abgaben und Verpflichtungen – Tegetmeier („Teget“ = „Zehn“, entspricht der Abgabe des „Zehnten“)
  • Berufsname zu nd. meiger, meier „Mäher, Großknecht“
  • Charaktermerkmal zu hebr. meîr „erleuchtet“, jüdischer Familienname
        

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