"Großgoerge" - Dieser Nachname ist einzigartig!


Als Vertriebene des 2. Weltkrieges siedelten das Ehepaar Emil und Martha Großgoerge (Foto), Marthas Mutter Juliane Bugenings sowie den beiden Söhnen Kurt und Erwin aus Flußfelde (Kreis Schloßberg, Ostpreußen) in den deutschen Sprachraum um (damaliges Mecklenburg).

Im August 1944 mußte die Familie das Heimatdorf durch Flucht verlassen. Erste Station war Kreis Wehlau/Ostpreußen. Am 12. Januar 1945 mußte erneut geflüchtet werden. Dieses mal ging es mit dem Pferdewagen über das zugefrorene Frische Haff in Richtung Westen, Ostpreußen wurde damit nun endgültig verlassen. Mitte März 1945 erreichten die Flüchtlinge dann die Ortschaft Jülichendorf bei Brühl/Meckl. Hier erlebten sie das Ende des 2. Weltkrieges. Im April 1946 siedelten alle dann nach Körchow/Meckl. um, wo Emil Großgoerge eine Neubauernstelle übernahm.

Für die heutige Ahnenforschung wichtige Unterlagen gingen auf diesem Flüchtlingstreck leider unwiderruflich verloren. Ursprünglich ist der Heimatort dieser Familie "Schillenöhlen" (Landkreis Pillkallen). Er lag direkt an der Grenze zu Litauen, der Fluss Szeszuppe bildete die Grenze (siehe Fotos).

1938 fanden im Kreis Pillkallen umfangreiche Änderungen von Ortsnamen statt. Das waren, da meist "nicht deutsch genug", lautliche Angleichungen, Übersetzungen oder freie Erfindungen, zum Beispiel: Schillenöhlen in Flußfelde (umbenannt am 16. Mai 1938). Bis zum 16.07.1938 hieß dieser Landkreis Pillkallen, seine Kreishauptstadt Schloßberg ebenso.

Durch die Kriegsereignisse und bei der Neuordnung dieses Gebietes nach Kriegsende verschwand dieses Dorf komplett von der Landkarte, schlimmer noch, aus der Natur. Dort steht seit Jahren kein einziges Haus mehr. Nächster Ort ist das heutige Maloye Zarechnoye.

 

 

 


 

 

Aktuell sind 101 Gäste und keine Mitglieder online

 

Heute: 181 - Gestern: 390         Insgesamt: 321800