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Finnische Herkunft:

Vor der Mitte des 19. Jahrhunderts waren in Finnland mehrere verschieden alte und zu verschiedenen Zwecken entstandene Familien- und Beinamensysteme im Gebrauch. Sie bildeten die Elemente, aus denen vor gut hundert Jahren begonnen wurde, ein einheitliches Familiennamensystem aufzubauen. Das finnische Namensystem war durch eine markante Zweiteilung gekennzeichnet, in der sich die alte kulturelle Zweiteilung in Ost und West widerspiegelte. Diese kulturellen Unterschiede fanden ihren Niederschlag auch in der Namenpraxis. In Ostfinnland wurden Familiennamen schon seit Jahrhunderten weitervererbt. Im Zuge der Differenzierung der Stände wurde auch die Bei- und Familiennamenpraxis der verschiedenen Volksteile in West- und zum Teil auch in Ostfinnland differenzierter. Zur Zeit der Schwedenherrschaft begannen nämlich die höheren Stände, nach europäischem Vorbild hinzugefügte Bei- und sogar Familiennamen anzunehmen. Im 17. Jahrhundert, zur Großmachtzeit Schwedens, nahm die Zahl nicht-finnischer Bei- und Familiennamen stark zu, denn der kontinentale Brauch des Adels, der Geistlichkeit, der Beamtenschaft und des Bürgertums, persönliche Beinamen zu verwenden, fand seinen Weg nach Finnland. Dem Vorbild des Adels gemäß wurden auch die fremden Namen im Bürgertum und in der Akademikerschaft allmählich vererbbar. Die Praxis besonderer Beinamen breitete sich auch unter Handwerkern und Soldaten aus.

Zu den häufigsten finnischen Familiennamen zählen Korhonen, Virtanen, Nieminen, Mäkinen, Hämäläinen, Koskinen, Heikkinen und Järvinen. Finnland liebt die Nachsilbe –nen, an der man ziemlich sicher einen finnischen Nachnamen erkennen kann. Zahlreiche Familiennamen widerspiegeln die enge Beziehung der Finnen zur Natur. Das wird deutlich in Familiennamen wie Kanerva (Heidekraut), Nummi (Heide), Kivi (Stein), Niemi (Halbinsel) oder Halla (Frost).

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