Begriffserklärung der Namensforschung (auch: Namenkunde, Onomatologie, Onomastik)


Begriff
- kurze Erklärung
Beiname - Individueller, weiter identifizierender Zusatz zum Rufnamen, Vorstufe der Familiennamen, in den meisten Fällen noch nicht zwingend erblich und oft individuell vergeben.
Berufsname - Auf die berufliche Tätigkeit des ersten Namenträgers zurückgehender Familienname.
Berufsübername - Auf die Tätigkeit, das Erzeugnis, ein Werkzeug oder den verwendeten Rohstoff des ersten Namenträgers zurückgehender Familienname.
Entrundung - Lautwandel, bei dem die Rundung der Lippen bei der Aussprache der Umlaute aufgehoben wird, sodass Frühneuhochdeutsches -ü- > -i-; -äu- > -ei- oder -ö- > -e- werden.
Etymologie - Sprachliche Herkunft und Grundbedeutung eines Wortes.
Familienname - Erblicher Name, der zum individuellen Vornamen hinzutritt und den Namenträger als Mitglied einer Familie kennzeichnet.
Flurname - Name für Örtlichkeiten, die keine Siedlungen sind; dienen dem Menschen in erster und wichtigster Line zur (räumlichen) Orientierung.
Gewässernamen - Namen von fließenden und stehenden Gewässern, also Meere, Flüsse, Teiche, Seen etc. Die Größe des Gewässers spielt keine Rolle.
Herkunftsname - Auf die Herkunft (meist den Herkunftsort) des ersten Namenträgers zurückgehender Familienname.
Hauszeichen - Zeichen, das (ähnlich unseren heutigen Hausnummern) am Haus ausgehängt oder angebracht wurde, um es zu markieren, bzw. zu kennzeichnen, wer darin wohnte, oder auch welchen Beruf derjenige ausübte (etwa der Hammer für einen Schmied, etc).
Hofname - Namen für einen Bauernhof oder seiner Bewohner.
Kurzform - Gekürzte Formen von Rufnamen, die etwa durch Weglassen eines Namengliedes oder durch Zusammenrückung entstehen.
Lallform - Aus der Kindersprache stammende Rufnamenformen, die meist bestimmte Lautfolgen wiederholen.
Metronym - Muttername, der die Abstammung des Namenträgers von einer Familie anzeigt und meist von einem weiblichen Rufnamen abgeleitet ist; Namensgebungen nach der Mutter sind in Deutschland selten.
metronymische Bildung - Mit einer Ableitungsendung oder mit dem Namenwort -mann gebildeter Familienname, der auf einen weiblichen Rufnamen zurückgeht. Diese Bildungsweise drückt aus, dass der erste Namenträger von einer Frau bzw. der Familie einer Frau abstammte, die diesen Rufnamen trug.
Nachname - Ein Familienname (auch Nachname, Zuname oder amtsdeutsch einfach Name) dient als Ergänzung zum Vornamen zur besseren Unterscheidbarkeit von Personen. Im Hochdeutschen steht nach dem Vornamen und eventuellen Zwischennamen der Familienname an.
Ortsname - Name für bewohnte Siedlungen (Dörfer, Städte, Stadtteile). Hierfür ist auch der Begriff "Siedlungsnamen" gängig.
Patronym - Vatersname, der die Abstammung des Namenträgers von einer Familie anzeigt und meist von einem männlichen Rufnamen abgeleitet ist.
patronymische Bildung - Meist mit einer Ableitungsendung oder mit dem Namenwort -mann gebildeter Familienname, der auf einen Rufnamen zurückgeht. Diese Bildungsweise drückt aus, dass der erste Namenträger von einem Mann bzw. der Familie eines Mannes abstammte, der diesen Rufnamen trug.
Rufname - auch: Vorname. Der Vorname ist der Teil des Namens einer Person, der nicht die Zugehörigkeit zu einer Familie ausdrückt, sondern das Individuum innerhalb der Familie bezeichnet. Eine Person kann mehrere Vornamen haben. Als Rufname bezeichnet man den- oder diejenigen Vornamen, unter denen Personen normalerweise angesprochen werden.
Satzname - Sonderform der Übernamen in Form eines (zu einem Namen zusammengezogenen) Satzes, der besonders identitätsstiftend für den ersten Namenträger war.
Stammesnamen - auch: Volksbezeichnung. Ist der Name eines Volkes, einer ethnischen Gruppe, einer Nation oder Gemeinde, eines Stammes oder ähnlicher Gemeinschaft. (z. B. Franke, Sachse, Schwabe).
Standesname - Auf den sozialen und gesellschaftlichen Stand des ersten Namenträgers zurückgehender Familienname.
Suffix - Ableitungsendungen wie -er, -el, -l, die nicht eigenständig vorkommen, sondern nur zur Wortbildung verwendet werden.
Übername - Auf ein individuelles äußeres oder charakterliches Merkmal des ersten Namenträgers zurückgehender Familienname. Die Bezeichnung kann entweder direkt sein oder aber es steht ein Gegenstand oder ein Bild stellvertretend für die zu benennende Eigenschaft (z. B. Nagel für den Nagelschmied).
verschliffene Form - Durch nachlässige Aussprache entstandene Namenform.
Völkernamen - auch: Volksbezeichnung. Ist der Name eines Volkes, einer ethnischen Gruppe, einer Nation oder Gemeinde, eines Stammes oder ähnlicher Gemeinschaft. (z. B. Italiener, Schweizer).
Vollform - Aus zwei Namengliedern gebildeter germanischer Rufname, bei dem beide Namenglieder voll erhalten geblieben sind.
Wohnstättenname - Auf die Lage, Art und Beschaffenheit der Wohnstätte des ersten Namenträgers zurückgehender Familienname.
     
     
althochdeutsch - Die älteste Stufe der deutschen Sprache. Sie reicht vom Beginn der schriftlichen Überlieferung (Inschriften 6./7. Jhd., Handschriften 8. Jhd.) bis Mitte/Ende des 11. Jhd.
altwestnordisch - Normalerweise meint man mit dem Altwestnordischen das Altisländische und das Altnorwegische.
altostnordisch - Das Altostnordische wird hingegen auf das Altschwedische und das Altdänische bezogen.
bairisch - Bairische (mit -ai- geschrieben!) Mundarten werden im Großteil Österreichs gesprochen (ausgenommen Vorarlberg und Außerfern), außerdem in Südtirol, in großen Teilen Altbayerns (Ober- und Niederbayern, Oberpfalz) und in einigen Sprachinseln.
mittelbairisch - Mittelbairische Mundarten spricht man in Nieder- und Oberbayern sowie in Österreich im Salzburger Flachgau, in Oberösterreich, Niederösterreich dem Nordburgenland und Wien. Das Tiroler Unterland, Salzburg (ohne den Flachgau), die Obersteiermark, das südöstliche Niederösterreich und das mittlere und südliche Burgenland bilden das südmittelbairische Übergangsgebiet.
niederdeutsch - Dialektgebiete im Norden des deutschen Sprachgebietes.
nordbairisch - Nordbairische Mundarten spricht man nur außerhalb Österreichs und hier in der Oberpfalz, in den südöstlichen Teilen von Oberfranken und Mittelfranken, im nördlichsten Teil von Oberbayern und im südlichsten Teil Sachsens (Südvogtland) und bis 1945 im Egerland in Westböhmen. In der südöstlichen Oberpfalz und im nördlichsten Teil von Niederbayern werden Mischformen aus Nord- und Mittelbairisch gesprochen, die man Nordmittelbairisch nennt.
nordgermanisch - Die nordgermanischen Sprachen (auch skandinavische oder nordische Sprachen genannt) umfassen die Sprachen Isländisch, Färöisch, Norwegisch, Dänisch und Schwedisch. Sie sind eine Untergruppe der germanischen Sprachen. Das Nordgermanische spaltete sich um die Zeitenwende vom Westgermanischen ab. Das durch die Edda überlieferte Altisländisch gilt als Urtypus der nordgermanischen Sprachen und wird deshalb oft mit Altnordisch gleichgesetzt; die älteste überlieferte nordgermanische Sprache ist aber das Urnordische.
oberdeutsch - Hochdeutsche Dialekte im süddeutschen Sprachraum (Süddeutschland, Österreich, Südtirol, Schweiz, Elsass).
südbairisch - Südbairische Mundarten spricht man innerhalb Österreichs im Großteil von Tirol (inklusive Südtirol), in Kärnten und in Teilen der Steiermark.
südmittelbairisch - Das südbairisch-mittelbairische Übergangsgebiet umfasst innerhalb Österreichs im Wesentlichen das tirolische Unterinntal, große Teile von Salzburg, das oberösterreichische Salzkammergut, große Teile der Steiermark, das südöstliche Niederösterreich sowie das mittlere und südliche Burgenland.

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